Das Projekt OphthalNet

Patronanz

Univ. Prof. Dr. Ursula Schmidt-Erfurth

Organisationskomitee

Christoph Mitsch, Stefan Sacu, Michael Georgopoulos

Fachbeirat

Hinterabschnitt:

Michael Georgopoulos, Stefan Sacu, Christoph Scholda, Ursula Schmidt-Erfurth

Vorderabschnitt:

Rupert Menapace, Gerald Schmidinger,  Clemens Vass

Koordination

Christoph Mitsch

Qualitätssicherung und Ressourcenoptimierung in der Augenheilkunde

Pathologien des Auges wie die altersbedingte Makuladegeneration, das diabetische Makulaödem und retinale Gefäßverschlüsse sind Folge der häufigsten Zivilisationserkrankungen und wichtigsten Diagnosen in der modernen Medizin überhaupt. Als weit verbreitete Ursachen für einen schweren und irreversiblen Verlust des Sehvermögens bis zur Erblindung haben sie einen erheblichen Stellenwert in der Versorgung der Bevölkerung. Entsprechend der Änderung der demographischen Altersverteilung  sind diese chronischen Erkrankungen in ihrer Prävalenz massiv zunehmend.

Neue Entwicklungen in der bildgebenden Diagnostik, insbesondere der nicht-invasiven optischen Cohärenztomographie (OCT) erlauben eine frühe Erkennung und eine gezielte Verlaufskontrolle unter Therapie. Aktuelle pharmakologische Errungenschaften haben zudem diese schweren Augenkrankheiten äußerst effektiv behandelbar gemacht: Verschiedene Anti-VEGF-Therapeutika stellen eine potente, aber sehr Ressourcen-intensive  Behandlungsoption dar, die aufwendige Interventionen (intravitreale operative Medikamentengabe, kurz IVOM) und hochpreisige Medikamente involvieren. Entweder sind monatliche Injektionen erforderlich oder es wird eine kontinuierliche Befundkontrolle mittels OCT empfohlen, mit dem Ziel so oft wie nötig, aber so wenig wie möglich zu behandeln, damit Kosten und Nebenwirkungen der Therapie unter Kontrolle gehalten werden können. Die resultierende Steigerung der Ambulanzzahlen in den Jahren seit Einführung dieser Therapieoptionen ist immens (im AKH alleine über 30.000 jährlich). Hier ist eine personalisierte Medizin besonders dringend erforderlich und auch erfolgreich.

Für eine derart große Dimension des Versorgungsbedarfs ist ein konzertiertes Vorgehen in der Betreuung durch alle Versorger, Kliniken und Niedergelassene, erforderlich, um die vorhandenen Personal- und Budgetressourcen erfolgreich zu nutzen. Daher sollen die Verlaufskontrollen, soweit das möglich ist, in den niedergelassenen Bereich verlagert werden, die operative Intervention im aktiven Stadium unter der Qualitätskontrolle der chirurgisch tätigen Kliniken erfolgen. Ein breitflächiges Beispiel für eine sinnvolle Bildung von Versorgernetzwerken.

Das OphthalNet Vienna ist ein Netzwerk zur Optimierung der Zusammenarbeit von niedergelassenen FachärztInnen der Augenheilkunde und der Wiener Universitätsaugenklinik und wurde 2011 mit der oben genannten Zielsetzung initiiert. Die Umsetzung stützt sich auf zwei Säulen:

  • Vereinfachung und routinemäßige Integration von Überweisungsprozessen. Zentrale Bedeutung hat hierbei derzeit die Bereitstellung und Übermittlung von medizinischen OCT-Bilddaten und strukturierter Befunddokumentation.
  • Fortbildungsveranstaltungen, die einen professionellen Informationsaustausch, fachliche Weiterbildung und eine kooperative Akkordierung über diagnostische und therapeutische Weiterentwicklungen ermöglichen.

Ziel ist es, dem individuellen Patienten eine möglichst optimale Betreuung durch eine enge Zusammenarbeit seines niedergelassenen Facharztes und der Universitätsklinik für Augenheilkunde anbieten zu können. Dies bietet sich besonders auch deshalb an, da die Diagnose und Indikationsstellung auf digital erhobenen und versendbaren Bilddaten besteht, ein gutes Beispiel für solide und praktikable Telemedizin.

Seit 2011 finden regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen und  Hands-on-Praktika statt, die Prozessvereinfachungen sind für die Diagnosen diabetisches Makulaödem und altersbedingte Makuladegeneration. Diese sind seit 2011 implementiert und funktionieren derzeit auf Basis von individuellen, textgebundenen Arztbriefen.

Der Grundgedanke des OphthalNet – eine integrierte, protokoll- und prozessbasierte Zusammenarbeit zwischen verschieden Gesundheitsdiensteanbietern am individuellen Patienten – soll durch Implementation und Inklusion aller geeigneten Diagnosen bzw. Patienten die zeitgemäße Behandlung  breitflächiger zugänglich machen und alle Kliniken bereits mittelfristig entlasten und kapazitive und finanzielle Ressourcen gleichmäßiger verteilen.

Patronanz

Univ. Prof. Dr. Ursula Schmidt-Erfurth

Organisationskomitee

Christoph Mitsch, Stefan Sacu, Michael Georgopoulos

Fachbeirat

Hinterabschnitt:

Michael Georgopoulos, Stefan Sacu, Christoph Scholda, Ursula Schmidt-Erfurth

Vorderabschnitt:

Rupert Menapace, Gerald Schmidinger,  Clemens Vass

Koordination

Christoph Mitsch